Ältere Migranten im Sportverein erreichen

Hermann-GröheBundesgesundheitsminister Gröhe und LSB NRW-Präsident Schneeloch zu Gast in Chorweiler

Chorweiler – Im Rahmen seiner Sommertour durch Deutschland hat Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe den Sportverein DJK Wiking in Köln Chorweiler besucht. Anlass war ein Modellprojekt des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) namens „Zugewandert Und Geblieben“ (ZUG), an dem der Verein teilnimmt.

Teilnehmer des Ortstermins (v.l.n.r.): Hans Sarpei, Henryk Stempin, Lars Görgens, BM Hermann Gröhe, Walter Schneeloch, Karin Fehres (DOSB-Vorstand Sportentwicklung) und Heidrun M. Thaiss (Leiterin BzgA)

Zusammen mit Walter Schneeloch, DOSB Vizepräsident Breitensport und Präsident des LSB NRW, traf der Bundesminister im Garten des Hochhauses Florenzer Straße 32 eine ZUG-Gruppe des Vereins. Das Modellprojekt läuft von 2013 bis 2016, bundesweit nehmen daran 16 Vereine teil. Es soll ermöglichen, Zugänge zu gesellschaftlichen Zielgruppen zu erweitern, die  in Sportvereinen bislang nur wenig repräsentiert sind.

Der 2. Vereinsvorsitzende und Übungsleiter Henryk Stempin führte mit der Gruppe vor, wie einfache sportliche Übungen aussehen. Anschließend erläuterte er, wie die Gruppe aus einem „Kaffeekränzchen“ in dem von Sahle Wohnen betreuten Hochhaus entstanden ist. Gruppensprecherin Heike Awerkiev bestätigte die Vorteile des Kurses:

Heike-Arverkiev„Anfangs hatten wir nach jeder Stunde Schmerzen. Aber wir haben Spaß und gewinnen dabei mehr Freude am Leben.“ Zudem lobte sie den Trainer: „Er ermuntert uns, auch wenn wir miserabel sind. Aber in der Gruppe genieren wir uns nicht und finden Zugehörigkeit.“

Hermann Gröhe (r.), Hans Sarpei (l.), und Lars Görgens verfolgen Übungen der ZUG-Gruppe im Garten des Hochhauses Florenzer Str. 32

Hermann Gröhe (r.), Hans Sarpei (l.) und Lars Görgens verfolgen Übungen der ZUG-Gruppe im Garten des Hochhauses Florenzer Str. 32

Der Vereinsvorsitzende Lars Görgens erläuterte die Schwierigkeiten in einem Stadtteil, in dem weit mehr als 20 Sprachen gesprochen werden:

„Zettel austeilen und Plakate kleben bringt hier so gut wie gar nichts. Das einzige, was zählt, ist Mund-zu-Mund-Propaganda, die persönliche Empfehlung.“

Daneben betonte er die Wichtigkeit von Netzwerkpartnern wie in diesem Fall Sahle Wohnen und der Verein „Neues Wohnen im Alter“. Weiter sagte er, dass die DJK Wiking bereits seit Längerem auch Übungsleiter mit Migrationshintergrund ausbilde. Immer seien genau diese dafür maßgeblich, ob die Begeisterung und Motivation auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer überspringe.

Sitzgruppe-mit-JournalistenBundesgesundheitsminister Gröhe war beeindruckt von dem gezeigten Engagement innerhalb des Vereins und innerhalb der Gruppe. Er hob die wesentliche Bedeutung des Projektes hervor:

„Insbesondere die Menschen der ersten Zuwanderergeneration sind in den Sportvereinen bislang unterrepräsentiert und werden darüber hinaus kaum über andere gesundheitsorientierte Regelangebote erreicht.“

Walter-Schneeloch2Auch DOSB-Vize Walter Schneeloch war hoch erfreut: „Die Schilderungen von der Basis machen Mut, dass wir mit diesem Projekt den richtigen Weg gehen.“ Er wies darauf hin, dass gemeinsam mit dem Bundesministerium für Inneres bereits seit 26 Jahren das Programm „Integration durch Sport“ besteht, an dem die DJK Wiking ebenfalls teilnimmt. Zudem lobte er das kürzlich vom Bundestag verabschiedete Präventionsgesetz, auf dessen Basis der Sport seinen Beitrag „auch an den Schnittstellen von Integrations- und Teilhabefragen ausbauen“ könne.

Hans-SarpeiMit von der Partie war auch der aus Chorweiler stammende ehemalige Fußballprofi Hans Sarpei, der heute für den DFB als Jugendtrainer arbeitet. Er stellte fest, dass sich in den vergangenen 30 Jahren äußerlich in Chorweiler nicht viel getan habe, dass aber die Angebote für Jugendliche und für Erwachsene zunehmen würden.

Neben zahlreichen Pressevertretern aus ganz Deutschland waren ebenfalls zu Gast die Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Ausbildung, Heidrun M. Theiss, die Präsidentin des DJK-Sportverbandes Elisabeth Beha sowie der Vorsitzende des DJK-Diözesanverbandes Köln, Volker Lemken. Durch die Diskussion führte Jörg Stratmann.

ZUG-Gruppe-mit-Minister

Website Pin Facebook Twitter Myspace Friendfeed Technorati del.icio.us Digg Google StumbleUpon Premium Responsive

6 Gedanken zu „Ältere Migranten im Sportverein erreichen

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>